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Letzte Aktualisierung :
Mittwoch, 31. August 2011
| NIK
BÄRTSCH |
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Was
würde passieren, wenn man Musik der Gruppe Can
mit der von Joe Zawinul
und Steve Reich
kreuzen würde?
Das Ergebnis wäre vielleicht: Musik von Nik
Bärtsch.
Der
Schweizer Pianist Nik Bärtsch, vor kurzem vierzig Jahre alt
geworden, ist mit seiner Musik einer der unkonventionellsten,
eigenständigsten und unverwechselbarsten Künstler. Seit über
zwanzig Jahren spielt er (fast) jeden Montag im Zürcher Club
EXIL – stets mit der gleichen Crew. Wenn das Zitat "never
change a winning team" Sinn macht, dann bei Nik Bärtsch
und seiner Band, die er manchmal Mobile, meist aber Ronin nennt.
Denn Nik Bärtsch hat mit seinen Mannen über
Jahre hinweg einen ganz eigenen Stil entwickelt, bearbeitet,
verfeinert und schließlich manifestiert.
Typisch für diesen Stil ist die Verwendung serieller oder
repetitiver Muster, wie man sie aus der Minimal Music kennt,
wobei sich die unfaßbar präzisen rhythmischen Verschiebungen
auch immer wieder mit jazzigem funky Groove paaren.
Achten
Sie beispielsweise darauf, wie maschinengenau der Schlagzeuger Kaspar
Rast spielt, wie er in unglaublich
vollendeter Weise Akzente
setzt und den Rhythmus immer wieder raffiniert verschiebt.
Achten Sie darauf, wie Nik
Bärtsch von minimalistischen Tonfolgen plötzlich in
perlende Pianoläufe übergeht, wie er dazu Akkorde einbaut, die
deutlich an Joe Zawinul erinnern.
Achten Sie auf den Bassisten Björn
Meyer, der mit seinem "fretless bass" deutliche
Jazz-Rock-Anklänge einbringt.
Vielleicht
achten Sie ja auch gar nicht auf die Einzelteile. Vielleicht
lassen Sie sich – so wie wir – hineinziehen in einen Sog,
aus dem man nur sehr schwer wieder herauskommt, der einen fast süchtig
macht.
Nik Bärtsch, der seine Stücke stets nur "Module"
nennt, schreibt:
"Die richtige
Spannung und die passende Dramaturgie eines Stücks müssen im
Moment von der Band gefunden werden…
Als beweglicher Organismus entscheidet unsere Band in
Sekundenbruchteilen über Phrasierung, Spannung und Richtung
der Musik – das läßt mich an einen Fischschwarm denken, der
sich blitzschnell über dem Korallenriff verlagert."
Besser
kann man es nicht ausdrücken, wie Nik Bärtschs Musik auf den Hörer
wirkt.
Er fühlt sich als Teil dieses Schwarms, wird mitgezogen – mit
atemloser Spannung und mit höchster Aufmerksamkeit.
Deshalb ist – zumindest für das SHIROKKO-Team – die Musik
von Nik Bärtsch auch eine wunderbare Gelegenheit, in die Musik
einzutauchen und dabei im positiven Sinne abzuschalten. Eine
fast trancehafte Erfahrung!
Gerhard
Rühl, SHIROKKO MUSIK, im August 2011
Sehen
Sie Nik Bärtsch live auf dem Video:
http://www.youtube.com/user/nikbaertsch#p/u/3/qX3vto4IZN8
Besuchen
Sie auch die Website www.nikbaertsch.com
! |
So - nun beginnen wir
mit der Vorstellung der CDs von Nik Bärtsch...
Zunächst die drei Einspielungen für das Label ECM:
| NIK
BÄRTSCH'S RONIN : STOA |
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Die
CD beginnt ausgesprochen minimalistisch, präpariertes (?) Piano
legt die Basis,
auf der nach und nach die ganze Band einsteigt. VORSICHT! Bei
8:03 ein dynamischer Break! (drehen Sie die Lautsprecher nicht
voll auf!).
Genial, wie in Modul 35 die rechte Hand des Pianisten förmlich
mit dem Drummer verwachsen zu sein scheint, während Bärtsch
mit der rechten Hand Gegenpole setzt. Sein perlendes Piano in
Modul 32 klingt wie Regentropfen in ein schwülen Nacht unter südlichem
Himmel, mit sehr entspannter Begleitung. Weil die beiden
restlichen Stücke eher durch rhythmische Akzente auffallen, die
teilweise regelrecht "zawinulesk" wirken, ist dies die
insgesamt vielleicht unruhigste aller Bärtsch-CDs.
Nik
Bärtsch : Stoa
ECM Records 2005, Laufzeit 57 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano / Kaspar Rast : Drums / Sha :
Bassklarinette, Kontrabaß /
Björn Meyer : Bass / Andi Pupato : Percussion
Titel:
MODUL 36 (15:17) – MODUL 35 (9:11) – MODUL 32 (9:32) –
MODUL 33 (10:42) – MODUL 38_17 (12:30) |

Nik Bärtsch : Stoa
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CD
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| NIK
BÄRTSCH'S RONIN : HOLON |
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Lassen
Sie sich von dem bedächtigen Beginn mit perlendem Piano und
orientalisch angehauchten Bläsern nicht täuschen! Denn schon
im nächsten Titel wird's ausgesprochen dynamisch (Vorsicht bei
5:30!). Die Module 41_17 und 39_8 sind sehr sehr funky,
absolutely hot!!! Die CD klingt schließlich aus mit einem slow
walking Blues und einem Titel, der mit seinen Klarinettentönen
eine friedliche Abendstimmung vermittelt.
Insgesamt gesehen ist Holon die vielleicht gelungenste CD von
Nik Bärtsch!?
Nik
Bärtsch : Holon
ECM Records 2007, Laufzeit 55 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano / Kaspar Rast : Drums / Sha :
Bassklarinette / Björn Meyer : Bass / Andi Pupato : Percussion
Titel:
MODUL 42 (6:29) – MODUL 41_17 (14:51) – MODUL 39_8 (7:49)
– MODUL 46 (7:16) – MODUL 45 (9:41) –
MODUL 44 (9:23) |

Nik Bärtsch : Holon
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| NIK
BÄRTSCH'S RONIN : LLYRIA |
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Mit
ihrem lyrischen Beginn (tolles Saxofon!) erinnert die CD an
Musik von Manu Katché. Auch Titel 3 (Modul 55) kommt
melancholisch bluesig daher.
Gegenpol bieten die stark synkopierten, pointieren Titel mit
ihren raffinieren rhythmischen Verschiebunden. Modul 51 wiederum
erinnert in den Harmonien an Musik von Weather Report / Joe
Zawinul, währen der Basslauf aus einer Billy-Cobham-CD entlehnt
sein könnte.
Weil diese CD die insgesamt vielleicht ruhigste und jazzigste
der Bärtsch-Diskographie ist, bietet sie sich als
Einstiegs-"droge" regelrecht an!
Nik
Bärtsch : Llyria
ECM Records 2010, Laufzeit 56 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano / Kaspar Rast : Drums / Sha :
Bassklarinette & AltSaxofon /
Björn Meyer : Bass / Andi Pupato : Percussion
Titel:
MODUL 48 (7:00) – MODUL 52 (8:18) – MODUL 55 (8:40) –
MODUL 47 (8:02) – MODUL 53 (6:55) – MODUL 51 (9:53) –
MODUL 49_44 (7:22)
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Nik Bärtsch : Llyria
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und
hier folgen die sechs CDs, die Nik Bärtsch vor seinem Kontrakt mit
ECM
auf dem eigenen Label Ronin Records veröffentlicht hatte.
Wir sind stolz, Ihnen auch diese CDs anbieten zu können
(es gibt wohl nur wenige Läden, die sämtliche Nik-Bärtsch-CDs
ständig auf Lager haben!?)
| NIK
BÄRTSCH'S MOBILE: RITUAL GROOVE MUSIC |
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Diesem
Erstlingswerk merkt man deutlich an, daß die einzelnen
Instrumente noch
eher für sich stehen, das Zusammenspiel noch nicht so genial
verzahnt war.
Die Musik wirkt insgesamt sehr reduziert, erinnert streckenweise
(auch wegen der teilweise spröden Bläserklänge) an japanische
Musik. Für Bärtsch-Fans ein schöne Möglichkeit, den
Werdegang der Band zu beobachten.
Nik
Bärtsch : Ritual Groove Music
Ronin Records 2001, Laufzeit 44 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano / Kaspar Rast : Drums / Don Li :
Bassklarinette, Altsaxophon /
Mats Eser : Marimba, Percussion
Titel:
MODUL 5 (8:56) – MODUL 11 (9:20) – MODUL 4 (3:53) – MODUL
12 (5:41) –
MODUL 4.2 (0.47) – MODUL 2 (7:12) – MODUL 12.2 (8:02) |

Nik Bärtsch : Ritual Groove Music
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| NIK
BÄRTSCH'S RONIN : RANDORI |
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Von
allen Bärtsch-CDs ist dies die wohl statischste, im Aufbau
"mathematischste".
Doch lassen Sie sich nicht in die
Irre führen: Modul 8_9.3 ist ein mehr als viertelstündiger
Parforceritt in funky Jazz-Beats, wie man sie besser auch von
vielen Jazz-Rock-Bands nicht gehört hat.
Nik
Bärtsch : Randori
Ronin Records 2001, Laufzeit 78 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano, Keyboards / Kaspar Rast : Drums,
Percussion /
Björn Meyer : Bass / Andi Pupato : Percussion
Titel:
MODUL 15 (9:23) – MODUL 8_9.1 (6:03) – MODUL 8_9.2 (5:51)
–
MODUL 8_9.3 (17:15) – MODUL 10 (10:08) – MODUL 13 (12:12)
– MODUL 14 (4:58) – MODUL 11 (7:59) – MODUL 15_9 (4:22). |

Nik Bärtsch : Randori
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| NIK
BÄRTSCH : HISHIRYO . SOLO PIANO |
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In
diesem bislang einzigen Werk für Solopiano (und gelegentliche
Percussion) bevorzugt Nik Bärtsch ruhige, dumpf verhaltene Klänge
in Moll. Dennoch sehr spannend, wie er seine musikalischen Ideen
herausarbeitet.
Äußerst rasant hingegen ist Modul 5, während die Module 6 und
11 zum Abschluß der CD beweisen, daß er auch deutlich
"hellere" melodischere Musik zustandebringt.
Nik
Bärtsch : Hishiryo
Ronin Records 2002, Laufzeit 42 Minuten, CD € 19,90
Nik Bärtsch : Piano & Percussion
Titel:
MODUL 8_9 (6:13) – MODUL 13 (7:15) – MODUL 14 (3:30) –
MODUL 4 (5:48) –
MODUL TM (2:27) – MODUL 5 (6:55) – MODUL 6 (4:04) – MODUL
11 (5:46). |

Nik Bärtsch : Hishiryo
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| NIK
BÄRTSCH'S RONIN : LIVE |
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Wenn
Sie Nik Bärtschs Musik kennen lernen wollen, bietet sich diese
CD als Einstieg an. Denn sein Piano, mal perlend, mal präpariert,
mal statisch, mal ekstatisch, kontrastiert hier optimal mit den
vielschichtigen Passagen der Begleitband und mit den vertrackten
Rhythmen der Percussionisten. In Modul 14 erinnert das sehr
stark an Miles Davis'
In A Silent Way, während in Modul 8_9 Erinnerungen an Billy
Cobhams Spectrum
wach werden.
Fazit : eine fabelhafte CD, ausgestattet mit unserer
hausinternen Höchstwertung. Kaufen! Hören! Geniessen!
Nik
Bärtsch : Live
Ronin Records 2002, Laufzeit 78 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano, Keyboards / Kaspar Rast : Drums / Björn
Meyer : Bass /
Andi Pupato : Percussion
Titel:
MODUL 14 (13:52) – MODUL 17 (9:17) – MODUL 11 (12:15) –
MODUL 16 (11:37) – MODUL 8_9 (15:50) – MODUL 15 (15:08) |

Nik Bärtsch : Live
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| NIK
BÄRTSCH'S RONIN : REA |
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Auffallend
an dieser CD ist, wie sehr sich Bärtsch und seine Musiker Zeit
lassen, Motive auszuarbeiten. Vier der fünf Titel sind über
zehn, bis zu 18 Minuten lang. Während Modul 27 mit seinem
typischen Fender-Rhodes-Klang an groovenden Jazz-Rock erinnert,
klingt Modul 18 äußerst verhalten, nächtlich. Die beiden
letzten Titel der CD hingegen haben einen brasilianischen Touch.
Nik
Bärtsch : Rea
Ronin Records 2003, Laufzeit 64 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano, Keyboards / Kaspar Rast : Drums / Björn
Meyer : Bass /
Andi Pupato : Percussion
Titel:
MODUL 27 (10:05) – MODUL 22 (16:38) – MODUL 18 (6:45) –
MODUL 26 (18:14) – MODUL 23 (12:35) |

Nik Baertsch : REA
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| NIK
BÄRTSCH'S MOBILE : AER |
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Möglicherweise
hatte die Band bei der Aufnahme eine "asiatische"
Phase, denn viele der Titel haben deutlich fernöstliche Anklänge.
Modul 16 beispielsweise klingt wie eine Steve-Reich-Version
balinesischer Gamelanmusik. Leider wird der Titel am Schluß
ausgeblendet, er hätte ruhig noch länger dauern dürfen.
Damit's nicht allzu gleichmäßig wird, gibt's am Ende der CD
mit Modul 8.2 einen stark akzentuierten Groove.
Nik
Bärtsch : Aer
Ronin Records 2003, Laufzeit 40 Minuten, CD € 19,90
Besetzung:
Nik Bärtsch : Piano / Kaspar Rast : Drums / Sha :
Bassklarinette, Altsaxophon /
Mats Eser : Marimba, Percussion
Titel:MODUL 29 (8:01) – MODUL 16 (11:02) – MODUL 18
(4:48) – MODUL 20 (3:07) – MODUL 26 (2:06) – MODUL 8.2
(10:42) |

Nik Baertsch : AER
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unverbindlich. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.
Copyright for all contents © SHIROKKO Munich 2011. Texte und
Zusammenstellung Gerhard Ruehl. Design: buero ruehl
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