DIE SEPTEMBER
NEWS 2009
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| Eine häufig
gestellte Frage: "Es muß doch schön sein, in einem
Musikladen zu arbeiten?".
Ja, es ist schön – aber nicht immer.
Wie Sie wissen, findet bei uns keine CD den Weg ins Regal, bevor
wir sie nicht angehört haben. Wenn dann viele Neuerscheinungen
eintreffen, ist das Hören oft ganz schön anstrengend. Wir
haben zwar einen großen musikalischen Horizont und sind auch
offen für verschiedenste Stilrichtungen. Aber das macht das
Testhören nicht immer leichter.
Gottseidank haben wir uns die Neuheiten des 25. September in
der richtigen Reihenfolge angehört. Denn nach den
zwiespältigen Eindrücken der Hotel Costes 12 und der neuen CD
von Ludovico Einaudi hat uns das neue Werk von Anouar Brahem den
Glauben an gute Musik zurückgegeben. Doch lesen Sie selbst: |
Last update : 11.10.09
| ANOUAR
BRAHEM : THE ASTOUNDING EYES OF RITA
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Der
tunesische Lautenvirtuose Anouar Brahem sagte einst: "Wenn
sich die Tradition nicht immer wieder selbst erneuert, trocknet
sie aus und stirbt ab".
Entsprechend finden sich in seiner Musik zwar immer Anklänge an
seine arabische Heimat, doch hat Brahem immer wieder die Brücke
geschlagen zu neueren musikalischen Trends, vor allem dem
kammermusikalischen Jazz.
Nach den etwas spröden Klängen von "Le Voyage de
Sahar" ist Brahem auch wieder zurückgekehrt zu Musik
voller süßer Versuchung, voller melodischer Vielfalt, voller
positiver Melancholie. Begleitet wird Anouar Brahem diesmal von
Klaus Gesing (Bassklarinette), Björn Meyer (Bass) und vom
libanesischen Percussionisten Khaled Yassine. Zusammen mit
seinem neuen Ensemble ist Brahem ein Meisterwerk geglückt. Egal
ob in den traumhaft schönen lyrischen Passagen, deren innere
Ruhe an Brahems Erstlingswerk "Barzakh" erinnert oder
in den rhythmischen Titeln, bei denen die Band gelegentlich
richtig ins "Grooven" kommt: diese CD kann in jeder
Sekunde begeistern.
Schön auch, daß Brahem weder auf modale Eigenheiten der
arabischen Musik noch auf typische Vierteltöne verzichtet,
geschweige denn auf vertrackte Rhythmen. Denn damit schließt
Brahem den Kreis zwischen verschiedenen Musikrichtungen und
macht diese CD zu einem Hörgenuß, egal aus welcher
musikalischen Ecke der Hörer kommt.
Was ist das eigentlich für eine Art von Musik? Es ist keine
Weltmusik, kein Jazz, keine Kammermusik – eher eine Mischung
aus all diesen Kategorien. Nennen wir es doch einfach nur
"Musik", Musik mit einem hohen individuellen Charakter
und mit Spielkunst auf allerhöchstem Niveau.
Mit Sicherheit wird diese CD auf unserer hausinternen Liste
"Best Of 2009" weit vorne landen.
Gerhard Rühl, 25. September 2009
ECM 2009, Total Time 53:31, CD EUR 19,90
Hörproben finden Sie auf der
Seite www.jazzecho.de, zu
finden auch unter dem Link www.anouarbrahem.de |
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| Ludovico
Einaudi : Nightbook
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Ludovico
Einaudis Klaviermusik ist zwar sehr gefällig – aber sie
kann auch reizvoll sein, wie John Lenehans Einspielung
"Cool Piano" beweist.
Um den relativ gleichförmigen Eindruck seiner Musik etwas
aufzupeppen, hat Einaudi schon auf der CD "Divenire"
Streichquartett und Elektronik hinzugefügt. Diesen Weg geht
er noch weiter, indem er auf Nightbook verschiedenste
Arrangements, von Solopiano bis hin zu synthetischen
Streichern präsentiert.Einzeln gehört mögen viele der Titel recht reizvoll sein,
sie sind auch teilweise gut geeignet zur Filmvertonung oder
für Choreographien. Als Ganzes gehört ist mir persönlich
die CD jedoch zu uneinheitlich, sie wirkt teilweise verkrampft
und gewollt auf Abwechslung hin konstruiert. So wechseln sich
lyrische Passagen immer wieder ab mit ziemlicher Dramatik.
Und den Unfug eines "Hidden Tracks" (nach 3 Minuten
Pause) kann ich auch allmählich nicht mehr hören…
Insgesamt gesehen ist Nightbook aber dennoch auf jeden Fall
hörenswert!
Gerhard Rühl, 25. September 2009
Decca 2009, Total Time 70:43, CD EUR 19,90 |
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| Hotel
Costes 12 |
| Wie
oft habe ich es schon erwähnt: mit seinen Collectionen für das
Hotel Costes hat Stephane Pompougnac Trends gesetzt. Doch schon
seit einigen Ausgaben hat er seinen Stil gewandelt, in
Ermangelung wirklich guter Lounge-Tracks setzt er mehr und mehr
auf Elektro-Pop. Für mich sind auf Hotel Costes 12
allerdings zu viele mittelmäßige Popsongs enthalten.
Da bin ich sehr gespannt, ob Pompougnac seine Erfolgsgeschichte
fortsetzen kann, oder gar einen neuen
Trend einläuten wird!
Weil ich aber weiß, daß Hotel-Costes–CDs Kultobjekte
sind, bin ich sicher, daß auch Hotel Costes 12 wieder ihre Fans
finden wird. Im Zweifelsfalle empfehle ich Ihnen aber, die CD
sicherheitshalber vor dem Kauf anzuhören.
Gerhard Rühl, 25. September 2009
Pschent Records 2009, Total Time 67:18, CD EUR 19,90
Tracklisting:
Unforscene : Alright - General Elektriks : Raid The Radio -
Stephane Pompougnac : Latin Cha Cha - Normalites : Pink
Skyscraper - Natural Self : In The Morning - Tafubar : The
Wicked Thoughts Of You - Afterlife : How Many More Years -
Damian Lazarus : Diamond In The Dark - Malik Alary : I Have To
Run Away - Massivan : 2 B @ 1 With The World - The Revolution :
You Wouldn't Want To Be - Charles Schillings : On On One - Ben
Westbeech : Get Closer -
DJ Vadim : Beijos - Sei A : Ether - Despina Ricci : Plage
ensoleillée. |
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| UPPEREAST |
| Aus dem mega-coolen
Club des Hotel EAST in Hamburg kommt diese CD, zusammengestellt
von Francesco Diaz. Auch wenn der Beginn der CD Diaz-typisch auf
die falsche Fährte lockt - es handelt sich hier um eine
lupenreine House-CD mit starken Tendenzen zu progressiven
Klängen.
Wormland Music 2009, CD EUR 19,50
Tracklisting:
Peter Finc : Light To Make My Day - Paul Kalkbrenner : Sky And
Sand - Andy Caldwell : Warrior - Funkermann : Remember - DCA
Project : Sandcastles - Eddie Thoneick : Don't Let Me Down - Albin
Myers : Somewhere - Sono : Keep Control Plus - Axwell/Ingrosso :
Leave The World Behind - Markus Winter : Calinda - Francesco Diaz
& Young Rebels : Crash / Alaska.
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| JAN
GARBAREK : DRESDEN |
Man
mag es kaum glauben: dies ist die allererste Liveaufnahme des
Ausnahme-Saxofonisten, der seit Jahrzehnten eine der Ikonen der
Szene ist.
Aufgenommen wurde das zweistündige Liveprogramm in Dresden, mit
Garbareks aktueller Besetzung, u.a. mit dem vorzüglichen
Schlagzeuger Manu Katché.
Ich gebe zu, mir persönlich ist Garbareks Ton in vielen
Passagen zu schneidend, zu aufdringlich - speziell auf CD, ohne
den visuellen Eindruck eines Konzerts. Aber das ändert nichts
daran, daß Jan Garbarek einer der wichtigsten Künstler der
momentanen Jazz-Szene ist.
Vorliegende Einspielung, in ECM-typischer makelloser
Aufnahmequalität macht dies deutlich. Sowohl in den ätherisch
wirkenden Klangteppichen, die wolkenverhangene nordische Weite
vermitteln - wie vor allem in den druckvoll ryhthmischen
Passagen, in denen Masterdrummer Manu Katché sein ganzes
Können auspackt.
ECM 2009, 2 CDs EUR 28,00 |

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| STEFANO
BOLLANI : STONE IN THE WATER |
| Zusammen mit dem
Bassisten Jesper Bodilsen und Morten Lund (Schlagzeug) hat der
Pianist Stefano Bollani hier sein bislang stärkstes Werk
eingespielt.
Die bedächtig verhaltene, für ECM-Verhältnisse extrem
gedämpft wirkende Klaviermusik läßt unwillkürlich von
romantischen Abenden (zu Hause - oder vielleicht auch an einer
Bar?) denken. Sie bietet sich als entspannender und dennoch
gehaltvoller Background direkt an und ist eine echte Alternative
zu den CDs des Tord Gustavsen Trios.
ECM 2009, Laufzeit 61:49, CD EUR 19,90 |

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