DIE
NEUHEITEN IM FEBRUAR 2010
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Die letzten Monate waren nicht gerade reich gesegnet mit erstklassigen
News.
Der Februar hatte bislang auch "nur" Comeback-Alben gebracht...
Doch
hier kommt eine wunderbare CD mit afrikanischer Musik!!!
Und
Anna Gouraris wundervolle Chopin-Interpretation!!!
Sehr erfreulich ist auch unsere Vorschau für den März:
demnächst erscheinen neue CDs von Martin
Ehlers (5.3.), Salif Keita (5.3.), Manu Katché (19.3.),
Stacey Kent (19.3.). Außerdem ist eine neue CD vom Gotan Project angekündigt.
Die Veröffentlichung der lange erwarteten Hotel EAST 4 / Mandarin verzögert
sich leider, neuer VÖ-Termin voraussichtlich Ende April.
Außerdem:
Ein Grammy für
Leonard Cohen! Lesen Sie
hier
Ein Grammy für Joe Zawinul! Lesen Sie
hier
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Last update : 02.03.2010
Ali
Farka Touré & Toumani Diabaté :
Ali And Toumani
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Die Kora ist eines der faszinierendsten Instrumente
überhaupt. Gebaut aus einem Kürbis, der als Resonanzkörper
dient, ist die westafrikanische Volksharfe nicht nur optisch
ein wunderschönes Instrument. Ihr Klang ist unverkennbar,
glockenhelle Klänge verströmen eine sanfte, weiche,
angenehme Stimmung.
Der 1965 in Mali geborene
Toumani Diabaté
ist der
gegenwärtig bedeutendste Koraspieler. Der 2006 im Alter von 67 Jahren verstorbene
Ali Farka
Touré war ganz ohne Zweifel der bedeutendste Gitarrist
Afrikas. Sein Album "Talking Timbuktu", zusammen mit
Ry Cooder eingespielt, wurde ebenso mit einem Grammy
ausgezeichnet wie seine Kooperation mit Toumani Diabaté
"In The Heart Of The Moon".
Im Sommer 2005 trafen sich Toumani Diabaté und der schon
von seiner Krankheit schwer gezeichnete Ali Farka Touré in
einem Londoner Studio, um dieses Album aufzunehmen, das sich
als letzte musikalische Begegnung herausstellen sollte.
Drei der zehn Titel entspringen direkt der
westafrikanischen Tradition, doch auch die restlichen
Eigenkompositionen stehen völlig auf dem Boden dieser
überlieferten Musikrichtung. Allen Titeln gemeinsam ist ein
überwältigend "menschlich" wirkender Klang –
ohne jede Anbiederung an Trends bieten die beiden
Instrumentalisten eine Musik, die durch ihren Körper
hindurchzufließen scheint, die von großer Innigkeit und
gleichzeitig enormer Ausdrucksstärke zeugt.
Vom vielschichtig virtuosen Opener "Ruby" bis hin
zu Titeln, die in ihrer (nur vordergründig) simplen
Erzählform eine musikalische Geschichte erzählen, entspinnt
sich ein wundervolles Geflecht an famosen
Instrumentalleistungen. Dabei ist frappierend, wie sehr sich
die beiden Protagonisten aufeinander einlassen, sich
gegenseitig herausfordern und gleichzeitig unterstützen.
Die gesamte CD zeichnet sich außerdem durch
die sanft schwingenden, federleicht dahinlaufenden Ryhthmen
aus, die den Zuhörer ganz automatisch umfangen und in eine
wohlige Stimmung versetzen.
Man muß ganz gewiß kein Fan afrikanischer Musik sein, um
die Qualität der CD "Ali And Toumani" zu erkennen
und zu genießen. Jeder Musikfreund wird, das verspreche ich,
verzaubert sein von den so wohlig wirkenden Klängen und der
friedlichen Stimmung, die sie verströmen.
Letztlich sei auch noch Nick Gold von der Firma World
Circuit gedankt, der diese Aufnahme fünf Jahre im Archiv
ließ um sie nun, genau zwischen den Todestagen von Cachaito
Lopez und Ali Farka Toure, zu veröffentlichen. Besser kann
man den Respekt vor großartigen Musikern wohl nicht
ausdrücken!?
Gerhard Rühl, SHIROKKO MUSIK, 19. Februar 2010
Ali Farka Touré & Toumani Diabaté : Ali And Toumani
World Circuit 2010, Laufzeit 50 Minuten, CD € 19,50

Toumani Diabaté
& Ali Farka Touré
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Ali And Toumani
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| ANNA
GOURARI : CHOPIN - THE MAZURKA DIARY |
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Allenthalben
wird heuer das "Chopin-Jahr" gefeiert und entsprechend
von der Industrie ausgeschlachtet. Da bekommt man leicht eine
Überdosis.
Von vorliegender CD kann ich allerdings gar nicht genug
bekommen, denn Anna Gourari spielt Chopins Mazurkas
derart innig und gefühlvoll, daß man direkt süchtig werden
könnte. So wie vor kurzem Maurizio Pollini Bach's
Wohltemperiertes Klavier überwältigend interpretiert hatte,
ist auch Gouraris Chopin-Einspielung ein Werk der Extraklasse.
Vor Jahren hatte ich über Anna Gouraris CD "Minuit"
geschrieben:
"Technik kann man üben - Gefühl muß man haben".
Dies trifft auf die CD Mazurka Diary in besonderer
Weise zu!
Gerhard Rühl,
SHIROKKO MUSIK, 19. Februar 2010
Berlin Classics 2010, Laufzeit 73 Minuten, CD € 19,90
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Gourari :
Mazurka Diary
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| Es
muß schon ein schwieriges Unterfangen sein, nach jahrelanger
Abstinenz auf die musikalische Bühne zurückzukehren. Macht man
das Gleiche wie früher, heißt es "dem fällt auch nichts
Neues ein". Macht man etwas Anderes, heißt es
"früher war er aber besser".
Nicht allen Künstlern gelingt es wie Leonard Cohen,
jahrzehntealte Songs in ein zeitgemäßes Gewand zu kleiden.
Aber ich will Ihnen nicht mit meinem derzeitigen Lieblingsthema
"Leonard Cohen" auf die Nerven gehen…
Innerhalb einer Woche sind uns drei CDs von Interpreten auf
den Tisch geflattert, die seit langem nichts Neues mehr
veröffentlicht hatten : Massive Attack, Sade und
Peter Gabriel.
Den besten Eindruck macht dabei die neue CD von Sade – wohl
weil hier die Erwartungshaltung am geringsten war. Gemischte
Gefühle hinterläßt die CD von Massive Attack, denn hier
halten sich wunderschöne Klänge und verstörende Sounds die
Waage. Gänzlich enttäuscht sind wir jedoch von Peter Gabriels
neuem Werk.
Hier die Einzel-Besprechungen: |
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Sade
: Soldier Of Love
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Wohl
kaum eine Schmuseparty ist seit den 80er Jahren ohne die sanft
jazzigen Songs von Sade ausgekommen. Logischerweise bleibt Sade
auch auf ihrem neuen Album diesem Konzept treu. Die Stimme ist
faszinierend wie eh und je.
Positiv auch anzumerken, daß Sade ihr bewährtes Begleitpersonal
beibehalten hat und sich nicht ein "zeitgemäßes
Sounddesign" hat aufdrängen lassen.
Wobei aber auch Soldier Of Love durchaus scharfe und mutige
Klänge aufweist.
Weil aber die sanften Lieder überwiegen und dabei äußerst
angenehm klingen, bekommt diese CD von uns eine ganz klare
Kaufempfehlung.
Sony Music 2010, Laufzeit 48 Minuten, CD EUR 19,00
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Sade : Soldier Of Love
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Massive
Attack : Heligoland
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Eine
der absoluten Vorreiterbands des "TripHop" später der
"Lounge Sounds", ist die Band Massive Attack, die nach
jahrelanger Pause wieder eine neue CD vorlegt. Faszinierende
Klangschöpfungen und schöne Melodien sind auch auf dem neuen
Album zu finden – dazu aber auch, wie gewohnt, einige
befremdliche Sounds, die man sich wohl erarbeiten muß!? Alles in
allem aber ein gelungenes Comeback!
Virgin Music 2010, Laufzeit 53 Minuten, CD EUR 19,00
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Massive Attack : Heligoland
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Peter
Gabriel : Scratch My Back
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Zum
Thema Peter Gabriel und seiner neuen CD würden mir viele
Kommentare einfallen: angefangen von Gabriels großer
Bedeutung für die Musikszene der letzten zwei Dekaden bis hin
zu seiner offensichtlichen musikalischen Krise.
Ich beschränke mich aber auf eine ganz persönliche
Einschätzung der CD Scratch My Back. Die melodramatische
Larmoyanz, die konstruierte Ernsthaftigkeit dieser Musik bauen
mich nicht auf sondern "ziehen mich runter". Das
brauche ich ganz und gar nicht!
Gerhard Rühl, SHIROKKO
MUSIK, 12. Februar 2010
Virgin Music 2010, Laufzeit 53 Minuten, CD EUR 19,50
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Peter Gabriel : Scratch My Back
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MISS
LUNA : RISE & SHINE
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Normalerweise mache ich
einen großen Bogen um CDs mit dem Aufdruck "Ibiza/Balearic
House" – denn allzuoft werden dabei musikalische Inhalte der
Großraumdisco-Partytauglichkeit geopfert. Dann flattert mir eine CD auf
den Tisch mit genau diesem Sticker – sie wurde produziert von Chris
LeBlanc, Roberto Sol und Florian "Florito"
Juellich. Meine Skepsis wächst, denn dieses Team (bekannt durch seine
intensive Zusammenarbeit mit DJ Jondal) war bislang eher durch lässige
Lounge-Sounds als durch kernige Housebeats aufgefallen. Aber: Vorurteile sind dazu da, abgebaut zu werden!
Denn die CD von Miss Luna ist eine echte positive Überraschung.
Eingefleischten Fans von progressive House wird sie vielleicht zu
"nett" sein, doch für den Hörer, der angenehme House-Rhythmen und gute Vocals schätzt, ist diese CD ein echter
Geheimtip.
Miss Luna
hat in Zusammenarbeit mit dem schon erwähnten Produzententeam und mit
tollen Sängern und Sängerinnen (überzeugend vor allem der Brasilianer
Q Derhino) ein sympathisches Album mit souligen Passagen und mit disco-ähnlichen Bassläufen
zusammengestellt.
Gerhard Rühl, SHIROKKO MUSIK, im Februar 2010
Karmaloft Records 2009, CD € 18,00
Tracklisting:
Miss Luna feat. Q Derhino : Rise & Shine –
Chris LeBlanc & Miss Luna feat. Yasmina : True Love –
Miss Luna, Roberto Sol & Florito feat. Rana : Loveflow –
Miss Luna feat. Q Derhino : The One –
Miss Luna, Roberto Sol & Florito feat. Kent : Moments Like This
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Miss Luna feat. Allan B : Genesis –
Miss Luna feat. Q Derhino : Happiness Is True –
Chris LeBlanc & Miss Luna : Into My Dream –
Miss Luna feat. Allan B. : Back Into My Life –
Miss Luna feat. Oceane : Paradis –
Miss Luna feat. Eugenio Canavate : Daytona Race –
Miss Luna feat. Q Derhino : Happiness Is True (Remix).
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Miss Luna : Rise & Shine
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| BLISS |
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| CAFE
RESTAURANT BAR BY DJ FISHI
Lassen Sie sich von der Optik nicht verwirren! Hier handelt es sich
keineswegs um eine neue CD der Gruppe Bliss! Auch nicht um eine neue
CD des Hamburger Hotels EAST!
Sondern um eine Compilation, die Klaus Fischer alias DJ Fishi für ein
Restaurant in Essen zusammengestellt hat!
Wormland Music 2010, Laufzeit 150 Minuten, 2 CDs € 21,00
Tracklisting:
CD 1 . Take A Bliss Lounge
DJ Pippi : 3 Letters – Night Lovers : Struga – Deep Chill :
Walking Party – Schwarz & Funk : Laid Back – LB Sound : Impact
– In The Night : Callao – Nausicaa : Alphen – Chill Vortex :
Barita – Toquefans : Fodeh – H.F. Project : Keday – Soulbasics :
Out Of Time – Lenny Ibizarre : Pink Panther Theme – Cafe 24h :
Saint Maurice – Krown : Sunset Boulevard – Lovebirds : Tuesday –
Do It : Acate.
CD 2 . Take A Bliss Club
Christos Fourkis : Unique – Kruse & Vesuviano : Don't Mute Me
– Joris Voorn : We're All Clean – Jamie Anderson : Freerider –
Michel Canitrot : Desire – DJ Chus : That Feeling – Degrees Of
Motion : Show Me – Audiowhores : Stay – Knights Of The Round Table
: Rumours – Tom & Jerry : Touch Me – Kismet : Lost Language
– Thoneick, Diaz & Young Rebels : Perfect Moment – Magnesia :
Today. |

Cafe Bliss .
Essen
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GRAMMY
FÜR LEONARD COHEN
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Am
30. Januar 2010 wurde Leonard Cohen der Lifetime Award – Grammy für
seine Lebensleistung verliehen.
Das ist absolut gerechtfertigt, denn dieser Künstler hat in den
letzten eineinhalb Jahren mehr als 190 Konzerte absolviert und dabei
ca. 2 Millionen Hörer begeistert. Mehr als das – er hat eine
weltweite Spur der Sympathie gelegt und dabei auch jede Menge junger
Menschen fasziniert, die die zum Teil vierzig Jahre alten Songs in
zeitgemäßen Arrangements erstklassig dargeboten bekamen.
Wir stehen mit den Grammy-Verleihungen üblicherweise auf Kriegsfuß,
doch diesem Urteil können wir uns nur anschließen. Glückwunsch,
Leonard. Mach weiter so!
Das SHIROKKO-Team
On January 30th Leonard Cohen was awarded with a Grammy for his
lifetime achievement. Well deserved! LC has enlightened an estimated
amount of 2 millions of spectators during his world tour with more
than 190 concerts. More than that – he laid a worldwide trace of
sympathy, fascinating many young people with his contemporary versions
of well-known songs.
Usually we don't agree with many Grammy awards – but this one really
hit the right guy!
Congratulations, Leonard! Your team from SHIROKKO MUSIK MUNICH.
Angesichts der Grammy-Verleihung möchten wir Ihnen nochmals die
außerordentliche CD und DVD von Cohens Livetournee ins Gedächtnis
rufen (und dringendst empfehlen):
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| LEONARD
COHEN : live in london 2008 |
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Als Leonard Cohen 2008 auf Welttournee ging,
war im Vorfeld zu lesen, er sei in finanziellen Schwierigkeiten.
Ich befürchtete deshalb, daß er seine Konzerte routiniert
abspulen würde, eher von Sachzwängen als von Spiellaune auf die
Bühne getrieben.
Doch weit gefehlt. Ich war begeistert! Begeistert vom Charme
dieses Mannes, von seiner Ausstrahlung die so gänzlich bescheiden
und unprätentiös, so verbindlich und elegant wirkte.
Da fällt mir nur ein einziges Wort ein: Respekt. Tiefer Respekt.
Cohen wirkte ausgesprochen fröhlich und
gleichzeitig demütig. Seine Begrüßung "we're honored to
play for you tonight" wirkte ebensowenig aufgesetzt wie
die Verabschiedung "thank you for keeping my songs alive".
Daraus sprechen Stolz und Freude, es noch einmal geschafft zu
haben.
Schon beim Intro, als Cohen, für seine 74
Jahre erstaunlich rüstig, auf die Bühne tänzelte, wurde klar:
hier gibt einer sein Bestes. Und das ist eine Menge, blickt man
auf das immense Gesamtwerk Leonard Cohens.
Begleitet wurde er von einer excellenten Band,
die routiniert, professionell und dennoch inspiriert spielte.
Hervorzuheben der fabelhafte spanische Gitarrist Javier Mas (der
schon beim Konzert "Acordes con Leonard Cohen", erhältlich
auf CD/DVD, eine tragende Rolle spielte), aber auch die
wundervollen Begleit- sängerinnen Sharon Robinson und "The
Sublime Webb Sisters".
Achten Sie beispielsweise im Song "Who By Fire" auf die
subtile Instrumen- tierung. Achten Sie auf den zurückhaltenden
und dennoch präsenten Begleitgesang. Achten Sie auf die feinen
solistischen Einlagen.
Vielleicht achten Sie aber gar nicht auf Details, sondern lassen
sich faszinieren von einem intensiven Konzerterlebnis, das sogar
die kühle Olympiahalle in wohlige Atmosphäre tauchte.
Egal ob in sanftmütigen Songs wie
"Suzanne" oder "Bird On The Wire", in den
schelmischen Titeln „Tower Of Song" oder „I’m Your
Man" – Cohen erwies sich stets in Hochform. Seine Stimme
ist noch sonorer, noch faszinierender geworden – tief wie der
Marianengraben, wie es im Booklet zur CD heißt.
Das Erlebnis, einen durch und durch
bescheidenen, freundlichen und umgänglichen Künstler gesehen zu
haben, beeindruckte mich zutiefst. Ebenso wie die wohlerzogene
Koketterie, mit der Cohen nach jedem Song seinen Hut zog, seine
Musiker vorstellte, sich vor ihnen verbeugte.
Ein großer Künstler und ein großer Mensch.
Nunmehr ist ein fast kompletter
Konzertmitschnitt als Doppel-CD und als DVD erschienen, ein feines
Erinnerungsstück. Denn selbst auf "Konserve", vor allem
natürlich auf DVD, wird die Faszination dieses Mannes deutlich.
Ich habe im Laufe der letzten Jahrzehnte viele
Konzerte miterlebt, die noch lange Zeit Tagesgespräch waren. Mir
ist aber kein einziges Konzert bewußt, das derartig lange in den
Köpfen der Besucher nachwirkte. Noch heute, lange Zeit nach
Cohens Auftritt in München, kommen die Hörer ins Schwärmen,
wenn sie an das Konzert denken.
Wenn Sie, liebe Musikfreunde, dieses Gefühl
nachvollziehen wollen, dann empfehle ich Ihnen: kaufen Sie sich
die DVD, nehmen Sie sich 2 ½ Stunden Zeit, schalten Sie Ihr Handy
aus, öffnen Sie eine Flasche Wein und sehen Sie Leonard Cohen
Live In London. Sie werden fasziniert sein.
Gerhard Rühl, März 2009
Laufzeit 151 Minuten, 2
CDs € 25,00, DVD € 22,00
Tracklisting
CD 1:
Dance Me To The End Of Love – The Future – Ain’t No Cure For
Love – Bird On The Wire – Everybody Knows – In My Secret Life
– Who By Fire – Hey, That’s No Way To Say Goodbye – Anthem
– Tower Of Song – Suzanne – The Gypsy’s Wife.
CD 2:
Boogie Street – Hallelujah – Democracy – I’m Your Man – A
Thousand Kisses Deep (Recitation) – Take This Waltz – So Long,
Marianne – First We Take Manhattan – Sisters Of Mercy – If It
Be Your Will – Closing Time – I Tried To Leave You – Whither
Thou Goest. |

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GRAMMY
FÜR JOE ZAWINUL
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Am
11. September 2007 verstarb der Wiener Joe Zawinul, einer der
herausragenden Jazz-Musiker aller Zeiten.
Mit seinem unverwechselbaren Sound, seiner innovativen Musik und seiner
spitzbübischen Menschlichkeit hinterläßt Zawinul eine Lücke in der
Musikwelt, die kaum zu füllen ist.
Nun
wurde die CD „Joe Zawinul 75th“ mit dem Grammy „Jazz CD des
Jahres“ ausgezeichnet.
Damit wird Joe Zawinul posthum eine Ehre zuteil, die er längst verdient
hatte.
Anläßlich dieser Verleihung habe ich meinen Nachruf von 2007 wieder
"ausgegraben". Lesen Sie hier... |
| JOE
ZAWINUL : 75 th |
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Dieser Live-Mitschnitt wurde
aufgenommen an Joe Zawinuls 75. Geburtstag
am 7.7.2007. Die Band war zwar nicht Zawinuls "beste"
- aber ganz gewiß auch keine schlechte (schlechte Bands hatte
Zawinul nämlich nie!).
Die DVD ist auch ein historisches Dokument. Denn noch bei dieser
Aufnahme leuchteten Zawinuls Augen wach und schelmisch wie eh
und je - kein Drandenken, daß er kurz darauf sterben würde.
Als Bonustrack ist auf der DVD ein Ausschnitt eines Konzertes
mit Wayne Shorter enthalten, aufgenommen nur einen Monat
später.
Kein Vergleich - Zawinul wirkte müde und mutlos. Warum?
In der Zwischenzeit war Zawinuls Ehefrau Maxine verstorben, mit
der er 45 Jahre verheiratet war. Dieser Verlust hatte Joe
Zawinul ganz offensichtlich derart geschwächt, daß er seinen
eigenen Lebensmut verlor und schließlich, ganz überraschend,
am 11. September verstarb.
Auch ohne diese historische Einordnung können Sie natürlich
Joe Zawinuls letzten Live-Auftritt genießen.
DVD, Laufzeit 100 Minuten, EUR 19,90
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JOE ZAWINUL
7.7.1932 - 11.9.2007 |
| Manche
Musiker erkennt man sofort am unverwechselbaren Sound. Denken Sie
an Miles Davis' Trompete, an Carlos Santanas Gitarre oder an das
Klavierspiel von Keith Jarrett. Einer dieser Musiker, die man aus
Hunderten heraushört, war Joe Zawinul. Sein unverkennbarer, stark
synkopierter Stil, seine typischen Akkordfolgen, seine Soundtüfteleien
machen diesen Keyboarder einzigartig – einer der herausragenden
(Jazz-) Musiker aller Zeiten.
Ende der 50er Jahre verließ Joe Zawinul seine Heimatstadt Wien
in Richtung Amerika, angelockt von der dortigen Jazzszene. Er
arbeitete mit Dinah Washington, schloß sich dann der Band von Cannonball
Adderley an. In dieser Zeit entstand Zawinuls wohl
bekanntester Titel "Mercy, mercy, mercy", der zum
weltweiten Hit wurde (für einen Jazzsong keine Selbstverständlichkeit).
1969 holte ihn Miles Davis zu den Sessions von "In
A Silent Way" – eine der genialsten Aufnahmen des Jazz. Die
Liste der Musiker liest sich wie ein Who's Who: Herbie Hancock,
Chick Corea, Jack de Johnette, John McLaughlin – allesamt Namen,
die noch heute, vierzig Jahre später, jedem Jazzfan ein Begriff
sind.
In jener Zeit entstand Zawinuls unverwechselbarer Stil, den er
dann mit der legendären Band Weather Report zur vollen
Entfaltung brachte. Weather Report, die wahrscheinlich beste
Fusion-Jazz-Band aller Zeiten, bestand aus wechselnden
Besetzungen. Kern der Band waren jedoch der phantastische
Saxofonist Wayne Shorter, der Teufelsbassist Jaco Pastorius und
der wundervolle Drummer Peter Erskine.
Nach dem viel zu frühen Tod von Jaco Pastorius zeigte Weather
Report allmähliche Auflösungserscheinungen. Zawinul gründete
seine eigene Band, mit stets wechselnden Besetzungen. Jetzt lief
er zur Hochform auf. Denn jetzt konnte er verschiedenste
Stilrichtungen einbauen, konnte Grenzen überschreiten, neue
Projekte wagen. Er gab Dutzenden junger Musiker eine Chance, die
mittlerweile selbst zu Stars geworden sind. Wie zum Beispiel die
Bassisten Richard Bona und Etienne Mbappé. Zawinul baute auch
viele afrikanische Elemente in seine Musik ein, arbeitete
beispielsweise mit dem charismatischen Sänger Salif Keita
zusammen.
In dieser Zeit entstanden wunderbare Werke, die noch auf Jahre
hinaus richtungsweisend sein werden für Gattungen wie
"Crossover" oder "Ethno Jazz".

Joe Zawinul war nicht nur ein phantastischer Musiker – er war
auch eine erstaunliche Persönlichkeit.
Auf der Bühne war er stets umgeben von einer Vielzahl an
elektronischen Geräten. Synthesizer, Sequencer und allerlei
technische Neuerungen bildeten eine Art Kommandozentrale, hinter
der er mit listigen und hellwachen Augen Publikum und Mitspieler
beobachtete. In seinen Augen spiegelte sich die Spiel- und
Experimentierfreude, er bedachte jeden Einsatz, jeden Break mit
einem zufriedenen Blick. Seine eigene Stimme jagte er durch einen
Vocoder und machte sie damit zu einem zusätzlichen Instrument.
Joe Zawinul bediente niemals den Mainstream, sondern war stets
auf der Suche nach Neuem, Ungewohntem, Unerhörtem. Weil dies auch
der innere Antrieb für unseren Laden, das SHIROKKO ist, verlieren
wir in Joe Zawinul nicht nur einen hochgeschätzten Musiker,
sondern auch einen "Bruder im Geiste".
Servus, Joe. Baba. Mercy mercy mercy
Gerhard Rühl, SHIROKKO MÜNCHEN
im September 2007
Anhörtips:
Miles Davis : In A Silent Way
Weather Report : Black Market
Weather Report : Heavy Weather
Joe Zawinul : My People
Zawinul Syndicate : World Tour |
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Alle Angaben unverbindlich. Änderungen und
Irrtümer vorbehalten.
Copyright for all contents © SHIROKKO Munich 2006. Texte und
Zusammenstellung Gerhard Ruehl. Design: buero ruehl
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