|
SHIROKKO
PRÄSENTIERT ECM RECORDS
|
Am
20. März 2010 in der Münchner Abendzeitung abgedruckt:
zehn vom SHIROKKO-Team ausgewählte CDs aus dem ECM-Programm
Wir möchten Ihnen hiermit auch unsere Auswahl von ECM-CDs
vom Oktober 2009
erneut in Erinnerung bringen...
|

Klicken Sie auf das Bild und laden
Sie unsere Liste als pdf-Dokument !
|
Last
update : 19.03.2010
|
Liebe Musikfreunde,
im vergangenen Jahr hatten wir
- anläßlich des 40jährigen Jubiläums von ECM RECORDS -
unsere Lieblings-CDs dieses Labels vorgestellt. Hier ist nun die
zweite Staffel.
Wichtig
war uns diesmal, Aufnahmen auszusuchen, die durch das
Zusammenspiel der Musiker in völliger Übereinstimmung glänzen.
So sind – außer Keith Jarretts legendärem Solokonzert in Köln
– in dieser Liste ausschließlich Werke zu finden, bei denen
nicht nur hörbar
musikalische Qualität sondern auch eine menschliche und
zwischenmenschliche Komponente zu spüren ist. Denn schließlich
hat Manfred Eicher mit seiner Firma stets auf Grenzüberschreitungen
geachtet –
hat ungewöhnliche Kombinationen zugelassen und in der
ECM-typischen Klangqualität und einem kompromißlosen Coverdesign
veröffentlicht.
Wir
sind sicher, daß Sie auch in dieser Liste einige spannende Titel
entdecken (oder wiederentdecken) werden.
Denn es war uns auch wichtig, CDs zu berücksichtigen, die
vielleicht ein wenig in den Hintergrund getreten sind,
die aber viel zu schade sind, um in Vergessenheit zu
geraten.
Lassen Sie sich erneut entführen in die Klangwelt von ECM!
Viel Spaß beim Hören wünscht
Ihr Shirokko-Team |
|
Der 1958 in
Frankreich geborene Manu Katché ist einer der derzeit
interessantesten Musiker, er hat sogar eine eigene regelmäßige
TV-Sendung (auf arte).
Begonnen hat er als Schlagzeuger in den Bands von Peter Gabriel und
Sting, dann wirkte er bei zahlreichen Produktionen als Studiomusiker
mit. Mittlerweile ist er Mitglied von Jan Garbareks Ensemble. Mit
seinem unnachahmlich lockeren Stil hat er all diesen Gruppen zu einem
großartigen rhythmischen Grundgerüst verholfen.
Im Jahr 2005 veröffentlichte Katché sein erstes Soloalbum
"Neighbourhood", zusammen mit Jan Garbarek und dem Marcin
Wasilewski Trio. Diese CD ist eine der schönsten Jazz-CDs der letzten
Jahre, unbedingt empfehlenswert. Nach dem Nachfolger
"Playground" geht Katchés Solokarriere nun mit "Third
Round" in die dritte Runde. |
|
| MANU
KATCHÉ : THIRD ROUND |
X |
|
Waren seine
beiden ersten Solo-CDs noch von der bedächtigen Spielkunst des
polnischen Trios gekennzeichnet, hat sich Katché nun eine Band
zusammengestellt,
die deutlich mehr zu Elementen des Pop neigt. Mit dabei diesmal die
Norweger Tore Brunborg (Saxofon) und Jacob Young (Gitarre). Den
Pianisten Jason Rebello hat Katché aus der Band von Sting übernommen,
der Bassist Pino Palladino ist ein vielbeschäftigter Studiomusiker,
komplettiert wird die Band durch die kesse Trompeterin und Sängerin
Kami Lyle.
Zusammen
mit diesem Ensemble hat Manu Katché eine sehr abwechslungsreiche CD
geschaffen, die bisweilen ideal scheint für regenverhangene
Sonntagnachmittage, aber auch für lichtdurchflutete Sommertage. Es
gibt Musik, die an Stimmungen, an Tageszeiten, an Umgebungen gebunden
scheint. Third Round jedoch ist eine CD, die man immer und überall hören
kann! Sie paßt immer – ist sehr gefällig, dabei aber keineswegs
beliebig. Zugegeben: hardcore-Jazz-Fans werden diese Musik vielleicht
eine Spur zu "easy" empfinden!? Andererseits sind gerade
solche Klänge geeignet, so manchem Hörer die Angst vor allzu
anstrengendem Jazz zu nehmen.
So ist
Third Round ein äußerst angenehmes Album, das als wunderschöner
Background dienen kann, das aber auch bei aufmerksamem Hören jede
Menge filigraner Feinheiten bietet. Achten sie auf das wundervolle
Saxofonspiel von Tore Runborg; achten sie auf das perlende
Klavierspiel von Jason Rebello; achten Sie auf die akustische Gitarre
in Titel 10 – vor allen Dingen achten Sie aber auf das so typische
stark akzentuierte Schlagwerk von Manu Katché, der sich trotz
beeindruckender Spielkunst stets bescheiden im Hintergrund hält.
Wegen all
dieser positiven Eigenschaften erhält diese CD von uns das Prädikat
"besonders wertvoll". Ganz sicher ist diese CD eine der
besten Neuerscheinungen des noch so jungen Jahres 2o1o.
Gerhard
Rühl, SHIROKKO MUSIK, im März 2010
Manu Katché : Third Round
ECM Records 2010, Laufzeit 44 Minuten, € 19,90 |

|
| ANOUAR
BRAHEM : LE PAS DU CHAT NOIR |
X |
|
Selten hat ein CD-Cover derart gut den
musikalischen Inhalt repräsentiert. Auf dem Foto von Andre Kertesz'
sieht man Männer in einem Park (den Tuileries in Paris) in einer
Runde gänzlich entspannt beisammen sitzen. Sprechen sie miteinander?
Schweigen sie? Erholen sie sich? Auf jeden Fall sind sie zwar weit
voneinander entfernt und dennoch in Sichtweite.
So wie diese Männer offenbar Distanz und
Kontakt gleichzeitig halten, so hat auch der tunesische Oud-Virtuose
Anouar Brahem mit seinen Musikern eine formidable Teamleistung
vollbracht - extrem lässig und dabei doch hochkonzentriert.
"Diese Musik ist auf den Tasten
eines Klavier entstanden, inspiriert vom sanften Hin- und Herschwingen
eines Baumes im Wind". Mit diesen Worten beschreibt Brahem die
Entstehungsgeschichte dieser CD. Das ist insofern erstaunlich, als die
arabische Musik eine vollkommen eigenständige Tonalität und Rhythmik
besitzt, die auf dem (abendländisch geprägten) Klavier nur schwer
nachzuvollziehen ist.
Doch geht schon daraus hervor, daß
Brahem erneut eine Grenzüberschreitung gelungen ist. Denn auf seinen
CDs hat er stets, mit wechselnden Begleitensembles, die traditionelle
Musik seiner Heimat vermischt mit individueller Spielkunst und mit
beeindruckender Einfühlsamkeit. Allen Werken Brahems ist die Kunst
zueigen, Töne wirken zu lassen, ihnen Raum zum Ausklingen zu geben
und dabei auch die Stille hörbar zu machen. In vielen Momenten wirkt
Brahems Musik wie die extrem reduzierte Form eines japanischen
Gedichts.
So auch in vorliegender Aufnahme, die
Anouar Brahem zusammen mit dem Pianisten François Couturier und mit
Jean-Louis Matinier (Akkordeon) eingespielt hat. Was diese drei
Musiker an Übereinstimmung bieten, ist großartig. Hier ist kein Ton
zuviel, hier spielt sich keiner in den Vordergrund, hier ist keine
simple Virtuosität zu spüren – jeder Musiker hält sich in großer
Gelassenheit an das Konzept, eine extrem individuelle Stimmung zu
erzeugen, die sowohl den ernsten Charakter arabischer Tradition in
sich birgt, aber auch durch die perlenden Klavierklänge eine deutlich
jazzige Note bekommt.
So ist diese CD auf positive Weise beruhigend und dennoch anregend –
unbedingte Kaufempfehlung!
Anouar Brahem : Le pas du chat noir
ECM Records 2002, Laufzeit 70 Minuten, € 19,90 |

|
| KEITH
JARRETT : THE KÖLN CONCERT |
X |
|
Diese Aufnahme hat nicht nur den
legendären Ruf von Keith Jarretts Soloauftritten begründet, sie ist
auch mit ca. 3 ½ Millionen verkauften Tonträgern die mit Abstand
erfolgreichste CD des Labels ECM und hat nicht nur zum Ruhm der Firma
sondern ganz sicher auch zu deren finanziellem Erfolg beigetragen. Das
Köln Concert ist auch eine der wichtigsten Aufnahmen der
Jazzgeschichte, vergleichbar etwa mit Miles Davis' Kind Of Blue.
Eigentlich gehört das Köln Concert zur Grundausstattung jeder
CD-Sammlung. Insofern ist es müßig, diese CD hier noch vorzustellen.
Es gäbe schließlich auch Alternativen, wie zum Beispiel das
ekstatische Konzert in Bregenz 1982 (CD: Concerts) oder das in
seiner abgeklärten Reduziertheit und Ernsthaftigkeit faszinierende Vienna
Concert.
Weil aber allein die ersten zehn Minuten
des Köln Concerts, in denen Keith Jarrett das Grundthema umkreist,
aufnimmt, wieder verwirft, um dann schließlich in spürbarer
Körperlichkeit energetisch auszubrechen, derartig beeindruckend sind,
wollen wir Ihnen diese CD erneut ans Herz legen.
Wer weiß, vielleicht besitzen Sie die CD ja noch gar nicht???
Keith Jarrett : The Köln Concert
ECM Records 1975, Laufzeit 66 Minuten, € 19,90 |

|
| ZAKIR
HUSSAIN : MAKING MUSIC |
X |
|
Diese Aufnahme ist ein seltener
Glücksfall, denn die beiden indischen Musiker Zakir Hussain (Tabla)
und Hariprasad Chaurasia (Bambusflöte) vollbringen zusammen mit John
McLaughlin (Gitarre) und Jan Garbarek (Saxofon) eine überzeugende
Vermischung zweier Musikkulturen.
Die nordindische Musik ist gekennzeichnet
von totaler Übereinstimmung (= auf den gleichen Ton gestimmt sein)
der Musiker. Diesem Gebot fügen sich Jan Garbarek und John McLaughlin
auf faszinierende Weise.
So gelingt McLaughlin im Titelthema das
Kunststück, die typische Spielweise einer Sitar nachzuahmen und dabei
auch eigene improvisatorische Elemente einzubauen. Doch auch in den
äußerst entspannten, in sich ruhenden Kompositionen, die melodisch
höchst anspruchsvoll und bisweilen rhythmisch ausgesprochen vertrackt
sind, vermag das Ensemble (in wechselnder Zusammenstellung) voll zu
überzeugen.
Ein Meilenstein der Musik, der viele
gescheiterte Versuche sogenannter "Weltmusik" vollkommen ad
absurdum führt.
Zakir Hussain : Making Music
ECM Records 1987, Laufzeit 49 Minuten, € 19,90 |

|
| ELENI
KARAINDROU : ELEGY OF THE UPROOTING |
X |
|
Weil Eleni Karaindrou obligatorisch die
Soundtracks zu Filmen ihres Landsmanns Theo Angelopoulos komponiert,
wird sie oft als Filmmusik-Komponistin unterschätzt. Dieses Urteil
greift entschieden zu kurz, wie vorliegende Aufnahme beweist. Denn
Karaindrous Kompositionen, die ohnehin schon von großer
Ausgeglichenheit und souveräner Entspanntheit gekennzeichnet sin,
erhalten in den Arrangements für Chor und Orchester noch mehr
musikalische und emotionale Tiefe.
In das Grundkonzept "Flucht und Verlust der Heimat" fügen
sich die kurzen Sequenzen, die verschiedenste Gefühlszustände
ausdrücken, vollkommen ein. Egal ob sehnsuchtsvoll oder dramatisch,
elegisch oder hoffnungsfroh – diese Musik ist stets von ungeheurer
Ausdruckskraft und dabei gleichzeitig von spürbarer Intimität
durchzogen. In diesem Gebilde von positiver Melancholie und
Nachdenklichkeit ist die wunderbare Stimme von Maria Farantouri
ein weiteres Highlight. Das ist große Musik, um nicht zu sagen
"großes Kino", und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur
zeitgenössischen Klassik.
Eleni Karaindrou : Elegy Of The Uprooting
ECM Records 2005, Laufzeit 93 Minuten, 2 CDs € 30,00 |

|
| JAN
GARBAREK : IN PRAISE OF DREAMS |
X |
|
Neben Keith Jarrett ist Jan Garbarek
sicherlich der renommierteste Künstler von ECM Records, was sich in
einer Vielzahl von Aufnahmen und Gastauftritten manifestiert.
Vorliegende CD hat Garbarek mit der
armenischen Bratschistin Kim Kashkashian und dem Schlagzeuger Manu
Katché eingespielt. Schon die Besetzung zeigt: ein
außergewöhnliches Werk. Denn das expressive Saxofonspiel Garbareks
kontrastiert mit den intimen Viola-Klängen und den elektronischen
Sounds, die Katché beisteuert. Auf diese Weise ist Garbareks
vielleicht innovativstes Werk entstanden – auf jeden Fall eines, das
zeitgemäß moderne Klänge einbindet und damit für ein ganz eigenes
Hörerlebnis sorgt. Allein der Titelsong, eine von Garbareks
schönsten Kompositionen, beweist dies. Gegen Ende der CD verfällt
Garbarek zwar wieder in die typisch nordischen
"naturbeschreibenden" Klänge. Das tut aber dem
Gesamteindruck keinen Abbruch – einer äußerst gelungenen
Konfrontation von klassischem Jazz mit der Moderne.
Jan Garbarek : In Praise Of Dreams
ECM Records 2004, Laufzeit 52 Minuten , € 19,90 |

|
| LECHNER
& TSABROPOULOS : MELOS |
X |
|
Nach ihren wundervollen
Gurdjieff-Interpretationen legen Anja Lechner (Cello) und Vassilis
Tsabropoulos (Klavier) ein weiteres großartiges Album vor. Denn hier
haben sich nicht nur zwei Musiker in vollkommener Übereinstimmung
getroffen – die Kombination von Cello und Klavier ist auch von
großem Reiz und emotionaler Tiefe.
Tsabropoulos glänzt mit lupenreinem
Anschlag und lyrisch-zartem Spiel, seine Kompositionen sind kompakt
und lassen der Phantasie des Hörers Freiraum. Kongeniale Begleiterin
ist Anja Lechner, die erneut beweist, daß das Cello eines der
ausdrucksstärksten Instrumente ist. So kontrastieren die strengen
Klangflächen optimal mit den perlenden Läufen des Piano. Ein
vielschichtiges und tief wirkendes Klangerlebnis.
Lechner & Tsabropoulos : Melos
ECM Records 2008, Laufzeit 64 Minuten , € 19,90 |

|
| DINO
SALUZZI : CITÉ DE LA MUSIQUE |
X |
|
Das Bandoneón ist das typische
Instrument des Tango, mit unverkennbarem Klang und von großer
Ausdruckskraft geprägt. Daß der Tango Argentino ist weit mehr als
bloße "Folklore" ist, hat unter anderem Astor Piazzolla
bewiesen, dessen Werke hohe kompositorische Qualität besitzen.
Der argentinische Bandoneón-Spieler Dino
Saluzzi wandelt hörbar auf Piazzollas Spuren, doch ist seine Musik
auch durchzogen von ganz intimer, intensiver Spielweise, die
melancholisch aber auch enorm lebensbejahend ist. Zusammen mit den
Gitarrenklängen, die Saluzzis Sohn José beiträgt und der subtilen
Begleitung des Jazz-Bassisten Marc Johnson ergibt sich ein wunderbares
Hörerlebnis voller Nachdenklichkeit und Verträumtheit. Nicht immer
leicht zu hören, weil teilweise von "trockenem",
"sprödem" Klang, aber stets beeindruckend intensiv und
individuell.
Dino Saluzzi : Cité de la Musique
ECM Records 1997, Laufzeit 60 Minuten, € 19,90 |

|
| hilliard
ensemble : OFFICIUM |
X |
|
Die fünfhundertfünfundzwanzigste ECM-CD
ist gleichzeitig auch eine der ungewöhnlichsten und erfolgreichsten.
Sakrale Gesänge, begleitet mit Saxofon – solche Klänge hatte man
bis dahin kaum gehört.
Das Hilliard Ensemble präsentiert
Gesänge von Cristobal de Morales, Perotin u.a. in gewohnt
beeindruckender Kunst. Dazu das bisweilend schneidende, meist aber
sanft untermalende Saxofon Jan Garbareks – eine glückliche Fügung.
Denn mit "Officium" ist dem Label ECM ein weiterer großer
Erfolg gelungen; und die Musikwelt ist um eine weitere wichtige
Facette reicher, die die Hörgewohnheiten vieler Musikliebhaber
erweitert hat.
Hilliard Ensemble : Officium
ECM Records 1994, Laufzeit 77 Minuten, € 19,90
|

|
| ARILD
ANDERSEN : SAGN |
X |
|
Viele ECM-CDs zeichnen sich durch
ungewöhnliche Kombinationen und Grenzüberschreitungen aus. Eine
solche ist auch Arild Andersen's Sagn, die schon vor zwanzig Jahren
erschienen ist und der man durchaus mehr Aufmerksamkeit und Erfolg
gewünscht hätte. Denn die wunderbare Stimme von Kirsten Bråten
Berg, die norwegische Volkslieder singt, wird kontrastiert von
schwebenden Keyboard-Klängen und ungewöhnlicher Instrumentierung. So
klingt diese CD manchmal wie eine Folklore-Aufnahme, in den
rhythmischen Passagen werden aber auch Anklänge an Jazz-Rock à la
Joe Zawinuls Weather Report deutlich.
Ein sehr interessantes Werk – zumal mit dem Song
"Laurdagskveld" meine absolute Lieblingsnummer für
regenverhangene Samstagnachmittage enthalten ist. Hören Sie diesen
Song und stellen Sie sich dabei vor, in einer Kemenate (an der
Nordsee?) zu sitzen, den Regentropfen zuzusehen, die an der
Fensterscheibe entlang laufen. Sie werden fasziniert sein!
Arild Andersen : Sagn
ECM 1990, Laufzeit 67 Minuten , € 19,90
Besetzung :
Arild Andersen (b), Bendik Hofseth (sax), Frode Alnaes (g), Bugge
Wesseltoft (keyb), Nana Vasconcelos (perc), Kirsten Bråten Berg
(voc). |

|
Ganz ohne Zweifel ist Manfred Eichers Label ECM Records
die weltweit
beste Adresse
für zeitgenössischen Jazz und außergewöhnliche Klassik, darunter
sehr viele grenzüberschreitende Werke.
Bei ECM finden sich nicht nur weltbekannte Musiker, die konsequente
Klangphilosophie und die ebenso kompromißlose Covergestaltung haben
eine unverwechselbare Ästhetik erzeugt.
Wir geben zu: manche der ECM-Aufnahmen sind uns persönlich zu
kopflastig. Doch in mittlerweile über eintausend Veröffentlichungen
finden sich natürlich massenhaft herausragende Aufnahmen. Unsere Liste
ließe sich deshalb beliebig erweitern – aus Platzgründen mußten wir
einige erstklassige Werke leider unerwähnt lassen.
Selbstverständlich finden Sie diese CDs in unserem Laden.
Lassen Sie sich entführen in die Klangwelt von ECM!
Gerhard Rühl und das SHIROKKO-Team, im Oktober 2009
Anmerkung: die Jahreszahlen geben das
Jahr des Erscheinens an, nicht das der Aufnahme.
(Bei ECM liegen zwischen diesen Daten oft mehrere Jahre, was auf eine
sorgfältige Veröffentlichungsstrategie hindeutet).
Zusammenstellung: Silvia Rühl, Julia Brützel,
Gerhard Rühl.
Text und Gestaltung : Gerhard Rühl. Sämtliche
Texte sind garantiert subjektiv.Stand: 12. Oktober 2009
Laden Sie hier unsere Liste als
pdf-Dokument!
|
|
ANOUAR
BRAHEM :
THE ASTOUNDING EYES OF RITA |
|
Der
tunesische Lautenvirtuose Anouar Brahem sagte einst: "Wenn sich
die Tradition nicht immer wieder selbst erneuert, trocknet sie aus und
stirbt ab".
Entsprechend finden sich in seiner Musik zwar immer Anklänge an seine
arabische Heimat, doch hat Brahem immer wieder die Brücke geschlagen
zu neueren musikalischen Trends, vor allem dem kammermusikalischen
Jazz.
Nach den etwas spröden Klängen von "Le Voyage de Sahar"
ist Brahem auch wieder zurückgekehrt zu Musik voller süßer
Versuchung, voller melodischer Vielfalt, voller positiver Melancholie.
Begleitet wird Anouar Brahem diesmal von Klaus Gesing
(Bassklarinette), Björn Meyer (Bass) und vom libanesischen
Percussionisten Khaled Yassine. Zusammen mit seinem neuen Ensemble ist
Brahem ein Meisterwerk geglückt. Egal ob in den traumhaft schönen
lyrischen Passagen, deren innere Ruhe an Brahems Erstlingswerk
"Barzakh" erinnert oder in den rhythmischen Titeln, bei
denen die Band gelegentlich richtig ins "Grooven" kommt:
diese CD kann in jeder Sekunde begeistern.
Schön auch, daß Brahem weder auf modale Eigenheiten der
arabischen Musik noch auf typische Vierteltöne verzichtet, geschweige
denn auf vertrackte Rhythmen. Denn damit schließt Brahem den Kreis
zwischen verschiedenen Musikrichtungen und macht diese CD zu einem Hörgenuß,
egal aus welcher musikalischen Ecke der Hörer kommt.
Was ist das eigentlich für eine Art von Musik? Es ist keine
Weltmusik, kein Jazz, keine Kammermusik – eher eine Mischung aus all
diesen Kategorien. Nennen wir es doch einfach nur "Musik",
Musik mit einem hohen individuellen Charakter und mit Spielkunst auf
allerhöchstem Niveau.
Egal welche Musikrichtung Sie persönlich bevorzugen – Anouar
Brahems CD wird Sie begeistern, da sind wir uns ziemlich sicher. Denn
in diese Klangwelt kann man sich richtig „hineinfallen" lassen,
kann sich faszinieren lassen von den ausgesprochen beruhigenden und
dennoch anregenden Klängen. Wollen wir wetten?
Gerhard Rühl,
25. September 2009
Anouar Brahem : The Astounding Eyes Of Rita
ECM 2009, Laufzeit 53:31, CD EUR 19,90
Weitere ausgewählte Werke von Anouar
Brahem:
Barzakh (1991), Conte de l’incroyable amour (1992), Astrakan Café
(2000), Le pas du chat noir (2002), Le Voyage de Sahar (2006),
Hörproben finden Sie auf der Seite www.jazzecho.de,
zu finden auch unter dem Link www.anouarbrahem.de |
|
| MANU
KATCHE : NEIGHBOURHOOD |
Der in
Frankreich geborene Manu Katché ist einer der herausragenden
Schlagzeuger unserer Zeit. In den Bands von Sting und Peter
Gabriel sorgte er mit seinem unnachahmlich lockeren Stil für
einen genialen rhythmischen Background.
Mittlerweile spielt Katché regelmäßig in der Band von Jan
Garbarek.
Nun legt Manu Katché eine CD mit Eigenkompositionen vor. Dabei
stellt sich natürlich sofort die Frage: Kann ein Schlagzeuger
wirklich Songs schreiben? (viele Kollegen vor ihm sind genau
daran kläglich gescheitert).
Doch die Frage tritt sofort in den Hintergrund, denn Katché hat sich
ein erstklassiges Team ins Studio geholt, das für großartige Musik
garantiert.
Zu hören sind Jan Garbarek und der Trompeter Tomasz Stanko. Die
eigentliche Sensation ist jedoch der polnische Pianist Marcin
Wasilewski.
Was dieser Mann an Einfühlungsvermögen und Klangreichtum bietet,
ist phänomenal. Zu erwähnen ist auch, daß sich Manu Katché
vollkommen in den Hintergrund stellt (wie es sich für einen Drummer
ja auch gehört!?). Nur ganz selten blitzen seine lockeren Läufe auf,
ansonsten ist die Musik melodisch wie rhythmisch von äußerster
Zartheit.
Ergebnis ist eine wundervoll zu hörende Jazz-CD, unsere
"Jazz-CD des Jahres 2005".
Nachsatz 2009: Eine der schönsten Jazz-CDs der letzten Jahre!!
ECM 2005, Laufzeit 55:07, CD EUR 19,90
außerdem von Manu Katché erschienen: Playground (2007)
|
|
| eLENI
KARAINDROU : ETERNITY AND A DAY |
| Seit
vielen Jahren ist die Griechin Eleni Karaindrou
„Haus-und-Hof-Komponistin" des Regisseurs Theo Angelopoulos.
Denn sie versteht es meisterhaft, die monochromen und bedächtig
wirkenden Bilder seiner Filme kongenial mit Musik zu unterlegen. Dabei
ist diese Musik auch ohne die visuellen Eindrücke von großer Schönheit
und beinahe magischer Anziehungskraft. Meist handelt es sich um ein
Grundthema, das in verschiedenen Variationen und Instrumentierungen
wiederholt wird und dadurch eine fast trancehafte Wirkung entfaltet.
Eleni Karaindrous Werke sind mehr als bloße Soundtracks – durch
ihre kompositorische Qualität sind sie durchaus zur zeitgenössischen
Klassik zu zählen.
Die Musik zum Film Eternity And A Day (Die Ewigkeit und ein Tag,
u.a. mit Bruno Ganz) zählt zu den gelungensten Werken von Eleni
Karaindrou.
ECM 1999, Laufzeit 46:37, CD EUR 19,90
Weitere Werke von Eleni Karaindrou:
Music For Films (1991), The Suspended Step Of The Stork (1992),
Ulysses’ Gaze (1996), Trojan Women (2002), The Weeping Meadow
(2004), Elegy Of The Uprooting (2006, live), Dust of Time (2009)
|

|
| LECHNER
& TSABROPOULOS : GURDJEFF - CHANTS, HYMNS... |
| Mit
der Münchner Cellistin Anja Lechner und dem griechischen Pianisten
Vassilis Tsabropoulos hat sich ein otpimales Duo zusammengefunden.
Denn die beiden verbinden die intensiven Klänge des Cello und
verhaltene Klavierklänge in beeindruckend harmonischem Spiel zu einem
ganz besonderen Erlebnis. Nicht nur die hörbare Spielkunst der beiden
ist faszinierend, sondern vor allem die völlige Übereinstimmung im
Zusammenspiel, die Musik auf allerhöchster Ebene hervorruft.
Auf vorliegender Aufnahme haben die beiden vorwiegend Kompositionen
des armenischen Philosophen Georges I. Gurdjieff berücksichtigt,
deren geistiger Tiefe sie durch ihr inspiriertes Spiel die angemessene
Würde zuteil kommen lassen.
ECM 2004, Laufzeit 72:19, CD EUR 19,90
außerdem von Lechner & Tsabropoulos erschienen: Melos
(2008)
sowie die fabelhafte Solo-CD von Vassilis Tsabropoulos: Akroasis
(2003)
|

|
| TORD
GUSTAVSEN TRIO : CHANGING PLACES |
Sitzen
Sie gerne abends oder nachts an einer Bar? Hören Sie dabei gerne
entspannte Klavierklänge? Haben Sie sich schon über die recht oft
banale Musik geärgert, die Ihnen dabei geboten wird? Dann könnten
wir Abhilfe schaffen!
Denn so könnte die optimale Barmusik klingen: Der skandinavische
Pianist Tord Gustavsen und sein Trio haben eine absolut homogen
wirkende CD aufgenommen, die in ihrer sanftmütigen Wirkung derart schön
zu hören ist, daß man sich augenblicklich an einen Tresen wünscht
(mit dem passenden Getränk).
Doch auch Abstinenzler werden zugeben : diese Klaviermusik zählt
zum angenehmsten, was in diesem Genre in den letzten Jahren erschienen
ist.
ECM 2003, Laufzeit 66:03, CD EUR 19,90
Weitere Werke von Tord Gustavsen :
The Ground (2005), Being There (2007), Restored (2009) |

|
| KEITH
JARRETT : THE MELODY AT NIGHT, with you |
| Kein
anderer Jazzmusiker hat in den letzten Jahrzehnten derart für
Aufsehen gesorgt – und mit seinen Liveauftritten derart polarisiert
wie Keith Jarrett. Legendär vor allem seine Aufnahmen der 70er und
80er Jahre, bei denen er mit beeindruckender Technik und spürbar körperlichem
Einsatz eine ganz eigene Erzählkunst entwickelte, in der er förmlich
„durch sein Instrument sprach".
Nach einigen Ausflügen in die klassische Musik hat Jarrett in den
letzten Jahren vornehmlich Interpretationen von Jazz-Standards präsentiert.
Aus dem schier unüberblickbaren Werk von Keith Jarrett haben wir
eine Aufnahme ausgewählt, die er nach überstandener schwerer
Krankheit zuhause aufgenommen hat. Intimer und ausgeglichener hat
Jarrett wohl nie geklungen, die fast meditativen Klavierklänge zeugen
von intensiver Nachdenklichkeit.
ECM 1999, Laufzeit 55:18, CD EUR 19,90
Weitere Werke von Keith Jarrett (eine Auswahl):
Bremen Lausanne (1973), Köln Concert (1975), My Song (1984),
Bregenz Concerts (1985), Changeless (1989), Vienna Concert (1992),
Testament (2009)
|

|
| jan
garbarek . twelve moons |
| Diese
CD war die fünfhundertste (!) Veröffentlichung des Labels – und
sie ist nach wie vor eine der allerbesten. Denn Jan Garbarek (neben
Keith Jarrett der wohl bedeutendste ECM-Interpret), wurde hier
begleitet von Eberhard Weber, Rainer Brüninghaus, Manu Katché,
Marilyn Mazur, dazu sind die skandinavischen Sängerinnen Agnes Buen
Garnas und Mari Boine zu hören. Schon daraus geht hervor, daß
Garbarek hier eine Brücke zwischen zeitgenössischem Jazz und den
typischen naturbeschreibenden Klängen des Nordens gelungen ist.
ECM 1993, Laufzeit 75:40, CD EUR 19,90
Weitere Werke von Jan Garbarek (eine Auswahl):
Legend Of Seven Dreams (1988), Ragas & Sagas (1992), Officium
(1994), Visible World (1996), In Praise Of Dreams (2004), Dresden
(2009, live).
|

|
| STEFANO
BOLLANI : STONE IN THE WATER |
| Zusammen
mit dem Bassisten Jesper Bodilsen und Morten Lund (Schlagzeug) hat der
Pianist Stefano Bollani hier sein bislang stärkstes Werk eingespielt.
Die bedächtig verhaltene, für
ECM-Verhältnisse extrem gedämpft wirkende Klaviermusik läßt
unwillkürlich von romantischen Abenden (zu Hause - oder vielleicht
auch an einer Bar?) denken. Sie bietet sich als entspannender und
dennoch gehaltvoller Background direkt an und ist eine echte
Alternative zu den CDs des Tord Gustavsen Trios.
ECM 2009, Laufzeit 61:49, CD EUR 19,90 |

|
| MARCIN
WASILEWSKI u.a. : TRIO |
Der
polnische Pianist Marcin Wasilewski ist Ihnen vielleicht als Begleiter
von Manu Katché ein Begriff?
Zusammen mit seinen Landsleuten hat Wasilewski eine betörend schöne
CD aufgenommen, die leider etwas unterbewertet wurde, aber dennoch großartig
ist – vor allem zu empfehlen für Freunde von ruhigem
kammermusikalischem Jazz, der sich auch als anspruchsvolle
Backgroundmusik eignet.
ECM 2005, Laufzeit 63:35, CD EUR 19,90
außerdem vom Wasilewski Trio erschienen: January (2008)
|

|
| ARVO
PÄRT : ALINA |
| Aus
der ECM-hauseigenen Klassik-Linie „New Series" ist vor allem
der estnische Komponist Arvo Pärt herauszuheben, der mit seinen oft
sakral angehauchten Werken einer der wichtigsten Protagonisten zeitgenössischer
Klassik ist.
Auf dieser CD ist Pärts musikalisches Vexierspiel „Mirror In The
Mirror" gleich in drei verschiedenen Versionen zu hören, dazu
zwei Variationen des Titelstücks Alina.
ECM 1999, CD EUR 19,90
Weitere Werke von Arvo Pärt (eine Auswahl):
Tabula Rasa (1985), Passio (1988), Miserere (1991). |
 |
|
Alle Angaben
unverbindlich. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.
Copyright for all contents © SHIROKKO Munich 2008. Texte und
Zusammenstellung Gerhard Ruehl. Design: buero ruehl
SHIROKKO MUSIK
Postadresse : SHIROKKO
. Postfach 101246 . D-80086 München, Germany . Fax
+49-(0)89-291200
Ladenadresse : SHIROKKO . Ledererstrasse 19 . D-80331 München.
Phone +49-(0)89-297121
Inhaber: Gerhard Rühl. Eingetragen ins Handelsregister München
A 52090. USt.-Id.Nr. (VAT-Id) : DE 206 872 995.
Urheberrechte für
sämtliche Texte, Formulierungen und sonstige Inhalte sowie
für gestalterische Elemente:
Gerhard Rühl / SHIROKKO München.
Jeglicher Nachdruck, elektronische Vervielfältigung und
sonstige Kopien sind nur
mit vorheriger Genehmigung durch den Verfasser gestattet.
Copyright for
all contents (including text and design) : Gerhard Rühl /
SHIROKKO Munich.
Reprints, electronic and other copies and online use only
allowed with permission of Copyright owner.
|
|
| TEXT
VERDANA |
X |
| Text
Georgia |
Text
Verdana
|
|